Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla
  
Wahrscheinlich ist Ruhla die einzige Stadt der Welt, die einen eigenen Duden vorzuweisen hat. Auf ca. 260 Seiten hat der Rühler Martin Kahlert unter Mitarbeit von Lotar Köllner und Horst Jäger eine Sammlung von Wörtern und Ausdrücken der Rühler Sproach zusammen gestellt und ins Deutsche übersetzt. Einzelne Wörter der Mundart werden noch heute von vielen Bewohnern im Alltag verwendet und Engländer verstehen einen Rühler oft besser als andere Uswärtige.
 

allmilaat - mein ganzes Leben lang, schon immer
eambäizitier - herbeirufen                                                   
Huller -Frikadelle, Hackfleischklößchen                  
Koumpest - Sauerkraut                                                         
kudd - tauschen, handeln                                          
mähnmao - mehrmals                                              
Piepgulger - Truthahn                                              
Raodebärrn - Schubkarre                               
Schlambaamben - Schlechtigkeiten              
schüllich - schlecht, hässlich, übel

Ruhla, umgangssprachlich "die Ruhl" genannt, ist eine Stadt in der Mitte der Bundesrepublik Deutschland . Sie ist seit 2004 ein staatlich anerkannter Erholungsort ( Luftkurort ), der sich in einer Höhe von bis zu 530m mitten im Thüringer Wald direkt am Rennsteig befindet. Zur Stadt Ruhla gehören außerdem noch die Ortsteile Thal und Kittelsthal. Ruhla allein hat 4.056 Einwohner, mit den beiden Ortsteilen zusammen sind es 6.707. Der Name Ruhla stammt wahrscheinlich von einem durch den Ort fließenden Bach, welcher neben dem heute gebräuchlichsten Namen, "Erbstrom" auch als Rolla bezeichnet wurde.
Die Uhrenstadt Ruhla wurde im Jahre 1355 erstmals urkundlich erwähnt. Ansiedlungen in und um Ruhla gab es aber schon weitaus früher. Ruhlas erste Siedler waren so genannte "Waldschmiede" welche zugleich Bergleute , Köhler und Schmelzer waren. Sie verwendeten die von der Natur gegeben Rohstoffe Holz und Eisenerz um Eisen herzustellen, und aus diesem dann Blankwaffen zu produzieren. Durch den entwicklungsbedingten Verfall des Waffenschmiedehandwerks spezialisierte man sich um 1530 auf das Herstellen von Messerwaren. Aus dieser Zeit stammt auch die weit über die Stadtgrenzen bekannte Sage vom Schmied von Ruhla. 
Im Jahre 1640 wurde Ruhla, bedingt durch eine Erbschaft der Söhne des Herzogs Johann von Weimar, in zwei Herzogtümer (Sachsen- Weimar und Sachsen-Gotha) geteilt. Dabei bildete der Erbstrom die natürliche Grenze. Diese Teilung ist auch der Grund, warum sich mehrere Kirchen im Ort befinden. 1886 wurde beiden Teilstädten das Stadtrecht verliehen. Erst 1920 / 21 , bei der Bildung des LandesThüringen, kam es zur Vereinigung der geteilten Stadt.
     
Die Teilung der Stadt und die damit verbundenen Entwicklungsschwierigkeiten, aber auch Konkurrenz, Absatzschwierigkeiten und das Abwandern von 80 Familien der Messerschmiedezunft, führten im 19. Jahrhundert zum Niedergang des Ruhlaer Messerhandwerkes. Schon während der Blüte des Messerschmiedehandwerks entwickelte sich jedoch mit der Pfeifenbeschlagfertigung ein neuer Erwerbszweig und nur kurze Zeit später wurden in Ruhla komplette Tabakspfeifen hergestellt. 1750 wurde schließlich in Ruhla der "unechte" Meerschaum erfunden. In dieser Zeit wurde Ruhla auch als " Mekka der Pfeifenraucher der Welt" weltbekannt.  ruhla01

 
Stadtbad 




Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Ruhla aber auch zum Heilbad, nachdem 1737 eine eisenhaltige Quelle entdeckt wurde. Ebenso war Ruhla ein Mittelpunkt der Forstwirtschaft, da Gottlob König , der Begründer der neuen Forstwirtschaft in Deutschland, 25 Jahre in Ruhla wirkte.







 
ehemalige Forstwirtschaftsschule, heute Gebäude II Gymnasium Ruhla

Am 25. September 1862 wurde von den Gebrüdern Thiel ein Gewerbe für Pfeifenbeschläge angemeldet. Das Unternehmen entwickelte sich beständig und durch den in der Gründerzeit stattfindenden allgemeinen Aufschwung entschloss man sich in ein neues, größeres Gebäude umzuziehen. Die Produktpalette umfasste mittlerweile mehrere kleine Metallartikel und ab 1874 erwog das Unternehmen die Produktion einer "Bieruhr". Ab 1891 stellte man die erste Ruhlaer Taschenuhr vor. Sie fand durch ihren sehr günstigen Preis zunächst im Ausland, vor allem in Amerika, reißenden Absatz. Ab 1901 , nach einer Überarbeitung, gelang auch ein steigender Umsatz auf dem deutschen Markt. Die dafür benötigten Teile wurden auf eigens entwickelten Maschinen gefertigt, welche auch für andere Kunden angeboten wurden. Ruhla wuchs zu einem der bedeutendsten Orte der deutschen Uhrenindustrie heran. Im 1. und 2. Weltkrieg beschränkte sich die Produktion fast ausschließlich auf die Herstellung von Zeitzündern für die Rüstungsindustrie.
     
1952 ging das gesamte Unternehmen auf Beschluss der Regierung der UdSSR in Volkseigentum über. Das Produktionssortiment umfasste neben Weckern, Armbanduhren, Schach-, Auto- und Tischuhren auch wieder Werkzeugmaschinen. Die Entwicklung neuer Fertigungstechnologien führte 1963 sogar zur weltweit einzigen, vollautomatisierten Fertigung des legendären "Kaliber 24", welches bis 1987 in mehr als 120 Millionen Uhren verbaut wurde.
 
Nach der Wende begann erneut eine geschichtliche Umbildung der Uhrenindustrie Ruhlas. Aus den VEB Uhrenwerken Ruhla entstanden private, hochspezialisierte Klein- und Mittelbetriebe. Bis heute ist der Name Ruhla als Uhrenstadt nahezu jedermann ein Begriff. Im Jahre 1994 wurden die Orte Thal und Kittelsthal eingemeindet. Ab 2006 ist Ruhla erfüllende Gemeinde für Seebach. Ruhla ist heute eine optimistische und freundliche Stadt, die sich zu einem modernen Wirtschaftsstandort mit Zukunftspotentialen entwickelt. Die Uhrenindustrie sowie ein starkes mittelständisches Gewerbe prägen neben vielen touristischen Angeboten weiterhin die geschichtsträchtige Bergstadt.

Sehenswürdigkeiten in Ruhla

Der Ort bietet die Ausstellung "mini-a-thür" (Klein-Thüringen) mit Miniaturmodellen vieler Thüringen -Sehenswürdigkeiten in einem Freigelände. Im Winter sind die Modelle in einer Museumshalle zu bestaunen.  
Der Dichterhain ist eine 1863 angelegte Gedenkstätte für bekannte Ruhlaer Bürger. Diese ist unweit der "mini-a-thür" Ausstellung zu finden.  
Das Museum für "Tabakpfeifen und Stadtgeschichte" in Ruhla befindet sich im Zentrum Ruhlas in einem 1614 erbauten Herrenhaus . Heute zählt das Museum 15 Ausstellungsräume in denen neben der historischen Entwicklung der Stadt Ruhla auch die Entwicklung der Tabakpfeifenherstellung in Ruhla dokumentiert wird.  
Die St. Concordia-Kirche ist eine von nur zwei ursprünglich so geplanten und gebauten Winkelkirchen in Deutschland und zudem die einzige welche noch im ursprüngliche Bauzustand erhalten geblieben ist. Die Kirche ist mit einer Jehmlich- Orgel ausgestattet und der Taufstein ist eine Schenkung der Ruhlaer Messerschmiedezunft.  
Von 1926 bis 1928 wurde in Ruhla ein einzigartiges Bauhausensemble mit Sozialwohnungen, Spielplatz, Stadtcafé und Konsum nach den Plänen des Architekten Thilo Schoder (1888-1979) errichtet. Beispielgebend war, dass in der Regel in jeder Wohnung 2 Zimmer, Küche sowie Toilette zu finden waren und dass sich im Dachgeschoss für jeden Treppenaufgang ein Gemeinschaftsbad befand, über dessen Benutzung ein Badeplan der Mieter entschied. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz.  
Der Carl-Alexander-Turm ist der einzige Aussichtsturm im westlichen Thüringer Wald und besitzt 111 Stufen bei einer Höhe von 21m. Er ist nur wenige Kilometer von Ruhla entfernt und befindet sich auf dem 639m hohen Ringberg.                

Die Ruine der 1137 erstmals erwähnten Scharfenburg, von deren Turm man einen wunderschönen Ausblick über des umliegende Land hat, findet man im Stadtteil Thal  
Im Ortsteil Kittelsthal befindet sich eine sehenswerte Tropfsteinhöhle. Diese wurde 1888 durch Bergbautätigkeiten entdeckt und schließlich 1896 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1968 wurde sie wegen notwendiger Bergsicherungsmaßnahmen geschlossen und 1992 nach erfolgter Rekonstruktion wieder für Besucher geöffnet. In der einzigen ausgebauten Tropfsteinhöhle Thüringens lassen sich Tropfsteingebilde bestaunen, welche ein Alter von mehreren tausend Jahren besitzen.  
 Im Frühjahr 2009 wurde in Ruhla eine der modernsten Rodelbahnen Thüringens ihren Betrieb genommen.Unmittelbar neben dem Freizeitpark "mini-a-thür" gelegen, vermittelt die Bahn auf einer Länge von ca. 850 m, mit einem Höhenunterschied von 111 m, einem Durchschnittsgefälle von 23% und einer Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h höchstes Fahrvergnügen.  
Die Köhlergasse ist die älteste und eine der bedeutendsten Straßen Ruhlas. Anfangs wurde sie von Köhlern und Bergleuten besiedelt. Sie ist Geburts- und Wirkungsstätte bedeutender Ruhlaer Persönlichkeiten. 

Sport in Ruhla

In Ruhla gibt es ein Stadion, dort finden Fußballspiele des Vereins EFC 08 Ruhla statt, dieser spielt in der Landesklasse West. Außerhalb des Stadions gibt es eine asphaltierte Freifläche für Inline-Skater und Skateboarder 

Motorsportclub Ruhla e.V:  Der MC Ruhla wurde 1994 neu gegründet. Er zählt mittlerweile fast 100 Mitglieder und gehört damit zu den größten und aktivsten Vereinen Ruhlas. Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche ist er immer wieder ein Anziehungspunkt. Er vereint Jung und Alt, Sport und Technik, Verantwortung und Gemeinschaftssinn. :

 
Ruhla ist ein Wintersportort. Es gibt gespurte Skiwanderwege, Skilanglaufloipen an der "Storchswiese", eine beleuchtete 1,5km - Technikloipe (mit Hinweistafeln zur jeweils besten Lauftechnik). Die Schanzenanlage "Alte Ruhl" hat vier Schanzen von 10m, 17m sowie von 37m, alle mit Mattenbelag für die Sommernutzung, sowie eine 60 Meter Jugendschanze. Es ist die Trainingsstätte des TSG/WSC 07 Ruhla.  
Das Tenniscenter Erbstromtal GmbH & Co.KG bietet aktive Erholung bei Tennis, Tischtennis, Badminton, Volley-, Basket- und Handball oder Sauna.  

In Ruhla selbst sowie im Ortsteil Thal ist jeweils ein Freibad vorzufinden.

                              

Zur TSG Ruhla gehören neben vielen anderen Sportgruppen auch sehr aktive und erfolgreiche Handballmannschaften. 
Aktive Entspannung findet man auch im Fitness- und Kampfsport Studio 4, Marienstrasse 5 . Außer Sauna und Solarium kann man das Fitnesscenter mit einem gemischten Trainingsbereich, separaten Frauenstudio und einer Snack- und Fitnessbar besuchen. Es werden Präventions- und Rehakurse, Kampfsport- und Fitnesskurse angeboten.